Privatperson

Hier gibt es einen kleinen Einblick in mein Privatleben, meinen Werdegang und mein Bücherregal sowie ein Bekenntnis zur Toskanafraktion.

Ich wurde im März 1985 im damaligen Kreiskrankenhaus in Tegernsee geboren und bin in Holzkirchen aufgewachsen. In Holzkirchen wohne ich heute in einer Wohnung in einem Haus aus den 1860er Jahren, in der früher meine Oma gewohnt hat. Teilweise benutze ich sogar noch die Möbel, die eine Holzkirchner Schreinerei vor achtzig Jahren für sie gemacht hat. Das ist super nachhaltig und cool: Die Schreinerei gibt es noch, wie ich hat auch der Enkel des Schreiners den selben Vornamen wie sein Großvater, und die alte Rechnung liegt in einem Ordner auf dem Speicher. Ich glaube aber nicht, dass da nach drei Generationen noch Garantie drauf ist.

Ich habe eine dreijährige Tochter, die mit ihren beiden Mamas in einer großen Stadt wohnt. Ich bin für sie ein Extra-Elternteil, besuche sie regelmäßig oder hole sie zu mir nach Holzkirchen und sie sagt Oma und Opa zu meinen Eltern. Das war von Anfang an so geplant und funktioniert sehr gut. Aufgrund der veralteten Gesetzeslage ist meine juristische Beziehung zu meinem Kind aber prekär, und die teils völlig unnötige und diskriminierende Bürokratie hat auch einiges Geld gekostet.

Ich pflege eine Hassliebe zur Bahn. Mit dem Zug pendle ich nach München in die Arbeit, mit dem Zug fahre ich zu beruflichen und politischen Termine in Berlin, Brüssel und Miesbach, mit dem Zug besuche ich meine Tochter, mit dem Zug fahre ich im Urlaub zum Fahrradfahren in die Toskana. Ich ärgere mich, dass es keinen Nachtzug nach Brüssel gibt und dass die BRB immer erst eine Minute vor der Abfahrt der ICEs nach Berlin am Münchner Hauptbahnhof ankommt. Aber aller schlechten Verbindungen und Verspätungen zum Trotz: Als ich im Lockdown ein paar Mal ein Auto geliehen habe, um meine Tochter zu besuchen, habe ich gemerkt, welche Zeitverschwendung lange Autofahrten sind.

In meiner spärlich gesäten Freizeit fahre ich gerne mit dem Fahrrad, um den Kopf frei zu kriegen oder trainiere in einem Fitnesstudio im Holzkirchner Gewerbegebiet, treffe Freund*innen auf ein Glas Wein, gehe wandern oder gönne mir einen Besuch in der Schlierseer Sauna. Urlaub mache ich gerne in der Toskana oder – ja, trotz allem – in Südtirol.

Bücher sind schon seit langer Zeit in meinem Leben wichtig. Mein Bücherregal enthält natürlich vieles zu Umweltthemen, Biodiversität und Landwirtschaft, aber auch geschichts- und sozialwissenschaftliche Fach- und Sachbücher und zeitgenössische osteuropäische und deutsche Literatur. Außerdem sind da Lücken für Bücher, die ich verliehen habe. Mit Winfried Kretschmann verbindet mich, dass uns beide Hannah Arendt geprägt hat. Aktuell empfehle ich die kurzweiligen, lehrreichen Bücher von Dave Goulson über Insekten. Und es lohnt sich, „Warum Nationen scheitern“ und „Die vielköpfige Hydra“ direkt nacheinander zu lesen: Eines beleuchtet die Industrialisierung Englands von einer liberalen, das andere von einer marxistischen Perspektive.

Ausbildung und beruflicher Werdegang

Nach dem Kindergarten in der Frühlingsstraße und der Grundschule in der Baumgartenstraße in Holzkirchen habe ich das Gymnasium Tegernsee besucht und dort 2004 Abitur gemacht.

Anschließend habe ich für fast neun Jahre in Berlin, zuerst in Schöneberg, später in Neukölln, in WGs gewohnt. Ab dem Wintersemester 2004/2005 habe ich in einem Magisterstudiengang an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität Islamwissenschaft mit den Nebenfächern Soziologie und Politikwissenschaft studiert. Nach einem Auslandsemester an der Sabancı Universität in Istanbul im Winter 2007/2008 habe ich zusätzlich einen Bachelorstudiengang in Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität begonnen.

Ab Herbst 2009 habe ich vier Jahre lang neben dem Studium in verschiedenen Rollen für die Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Agnes Krumwiede gearbeitet. Dabei habe ich neben vielfältigen Hilfstätigkeiten schwerpunktmäßig im Themenfeld Erinnerungskultur mitgearbeitet.

Durch das Doppelstudium, die Berufstätigkeit und meine Ehrenämter habe ich lange studiert. In den Jahren 2012 und 2013 habe ich dann zwei Abschlussarbeiten geschrieben, alle vier Studienfächer erfolgreich beendet und bin nach Holzkirchen zurückgekehrt.

Seit Januar 2014 arbeite ich als Referent für Agrar- und Handelspolitik beim Umweltinstitut München. Mehr über meine Tätigkeit dort lesen Sie hier.

Politisches Engagement

Im Mai 2002 gründete sich in Holzkirchen eine Ortsgruppe der Grünen Jugend, deren Sprecher ich bis zu meinem Umzug nach Berlin war. Nach der bayerischen Landtagswahl im Herbst 2003 bin ich auch der Partei Bündnis 90/Die Grünen beigetreten. In Berlin übernahm ich im Bundesverband der Grünen Jugend immer wieder Aufgaben bei der Organisation politischer Bildungsarbeit auf Seminaren, Sommercamps und Aktionswochen. In den Jahren 2006 und 2009 wurde ich für je ein Jahr als Beisitzer in den Bundesvorstand gewählt.

Ende 2011 wurde ich als Bundessprecher der Grünen Jugend gewählt. In dem folgenden Jahr war ich quasi Vollzeit-Politiker für eine Aufwandsentschädigung von 300 € im Monat. Als Bundessprecher vertrat ich den Jugendverband der Partei gegenüber der Presse, bei Sitzungen des Parteivorstands (damals mit Claudia Roth und Cem Özdemir) und im Parteitagspräsidium.

Bei den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 bin ich jeweils im Wahlkreis Miesbach – Bad Tölz-Wolfratshausen (und bis 2013 auch Starnberg) angetreten sowie auf den Plätzen 12, 14 und wieder 12 der bayerischen Landesliste.

Bei der Kommunalwahl im März 2014 wurde ich in den Marktgemeinderat in Holzkirchen und den Miesbacher Kreistag gewählt und sechs Jahre später in beide Ämter wiedergewählt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Außer bei Bündnis 90/Die Grünen bin ich Mitglied beim Bund Naturschutz, im Alpenverein, der Gesellschaft für Agrargeschichte und Fördermitglied bei SeaWatch. 2014 war ich zudem im Vorstand von Eigeninitiativ e.V., dem Trägerverein für das selbstverwaltete Jugend- und Kulturzentrum „Zur Goldenen Parkbank“ in Miesbach.