Nur noch Flächenprämien: EU-Plan schadet der Landwirtschaft im Oberland

16. Juli 2025 | Pressemitteilung
Subventionen für die Landwirtschaft sind bisher der größte Posten im Haushalt der EU. Nun stehen Verhandlungen über den EU-Haushalt und die Agrarpolitik nach 2027 an. Die Agrarsubventionen verteilen sich auf zwei „Säulen“. Die „Erste Säule“ sind die Direktzahlungen, die nach Fläche ausbezahlt werden. In der Region spielt dieser Teil eine geringere Rolle als in anderen Teilen Deutschlands.

Subventionen für die Landwirtschaft sind bisher der größte Posten im Haushalt der EU. Nun stehen Verhandlungen über den EU-Haushalt und die Agrarpolitik nach 2027 an. Der Bundestagsabgeordnete Karl Bär (Bündnis 90/Die Grünen) hat ausgewertet, wie sich die 16,4 Millionen Euro EU-Agrarsubventionen im vergangenen Jahr im Oberland verteilt haben. Das Ergebnis: Die Betriebe in der Region profitieren weniger von Flächenprämien und mehr von Agrarumweltmaßnahmen als der Durchschnitt.
Die Agrarsubventionen verteilen sich auf zwei „Säulen“. Die „Erste Säule“ sind die Direktzahlungen, die nach Fläche ausbezahlt werden. Im Landkreis spielt dieser Teil eine geringere Rolle als in anderen Teilen Deutschlands. Während bundesweit über 70 % der Zahlungen an die Bauern aus der ersten Säule kommen, sind es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nur 52 % (Miesbach und Weilheim-Schongau: 60 %, Bad Tölz-Wolfratshausen: 62 %).

Landkreis Garmisch-Partenkirchen:
48 % der Gelder für Garmischer Betriebe kommen aus der zweiten Säule: Vor allem Agrarumweltprogramme (GAP: 21 %; D: 10%) und Fördermittel für benachteiligte Gebiete wie z.B. Bergregionen (GAP: 19 %; D: 3 %) bringen viel Geld in den Landkreis.

Landkreis Miesbach:
40 % der Gelder für Miesbacher Betriebe kommen aus der zweiten Säule: Agrarumweltprogramme (MB: 12 %; D: 10 %), Fördermittel für benachteiligte Gebiete wie z.B. Bergregionen (MB: 12 %; D: 3 %) und Bio-Landwirtschaft (MB: 7 %; D: 3 %) sowie Investitionszuschüsse (MB: 7 %; D: 3 %) bringen vergleichsweise viel Geld in den Landkreis.

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen:
38 % der Gelder für Tölzer Betriebe kommen aus der zweiten Säule: Fördermittel für benachteiligte Gebiete wie z.B. Bergregionen (TÖL: 15 %; D: 3 %), Agrarumweltprogramme (TÖL: 13 %; D: 10 %) und Bio-Landwirtschaft (TÖL: 5 %; D: 3 %) sowie Investitionszuschüsse (TÖL: 4 %; D: 3 %) bringen vergleichsweise viel Geld in den Landkreis.

Landkreis Weilheim-Schongau:
40 % der Gelder für Weilheimer Betriebe kommen aus der zweiten Säule: Agrarumweltprogramme (WM: 14 %; D: 10 %), Fördermittel für benachteiligte Gebiete wie z.B. Bergregionen (WM: 13 %; D: 3 %) und Bio-Landwirtschaft (WM: 5 %; D: 3 %) sowie Investitionszuschüsse (WM: 8 %; D: 3 %) bringen vergleichsweise viel Geld in den Landkreis.

Auch innerhalb der ersten Säule spiegelt sich die Agrarstruktur im Oberland. Bundesweit kommen 45 % der Agrarsubventionen in Form der „Basisprämie“, die pro Hektar ausbezahlt wird. Um kleinere Betriebe zu fördern, gibt es für die ersten Hektare mehr Geld. Bundesweit werden so 9 % umverteilt. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen kommen nur 23 % der Zahlungen aus der Basisprämie (MB: 27 %, TÖL, 28%, WM: 33 %) und 8 % aus der Umverteilungsprämie (MB: 11 %, TÖL, 11 %, WM: 12 %).
Besonders gut sind die Bauern in der Region bei den „Öko-Regelungen“. Das sind Maßnahmen für die Biodiversität, mit denen die Betriebe ihre Basisprämie aufbessern können. 19 % der Fördermittel im Landkreis Miesbach kommen aus diesem Topf (GAP: 18 %, TÖL: 18 %) – im Vergleich zu 11 % bundesweit.

Das Fazit von Karl Bär: „Die Landwirtschaft im Oberland ist kleinstrukturiert und oft ökologisch ausgerichtet. Sie profitiert besonders stark von Agrarumweltprogrammen und vergleichsweise wenig von Flächenprämien. Der Vorschlag der EU-Kommission, künftig fast nur noch auf Flächenprämien zu setzen, schadet unserer Region.“

An den neuen Landwirtschaftsminister von der CSU hat Bär klare Erwartungen: „Alois Rainer hat in Brüssel 18 % der Stimmen, wenn es um die Agrarreform geht. Er muss dafür sorgen, dass kleinere und ökologischere Betriebe auch in Zukunft stärker gefördert werden. Sonst verliert die Landwirtschaft in Süddeutschland und die Betriebe werden immer weniger, immer größer und weniger divers. Das schadet der Umwelt und gefährdet unsere Ernährungssicherheit.