Auswirkungen der Streckensperrung München-Rosenheim auf den Bahnverkehr rund um Holzkirchen

Sehr geehrter Konzernbevollmächtigter für Bayern Büttner,

als Abgeordneter aus dem Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen–Miesbach beschäftigt mich die Planung der Deutschen Bahn für den Ausweichverkehr bei der Generalsanierung der Strecke zwischen München-Trudering und Rosenheim im ersten Halbjahr 2028. Die Neubaustrecke für den Brenner-Nordzulauf existiert noch nicht und die Verbindung von München über Garmisch-Partenkirchen nach Innsbruck ist nicht für Güterverkehr geeignet und kann keine weiter Züge aufnehmen. Es läuft also darauf hinaus, dass sämtlicher Verkehr von München nach Rosenheim und weiter nach Innsbruck und über den Brenner über Holzkirchen und das Mangfalltal umgeleitet wird.

Ich habe die Bundesregierung im Februar gefragt, welche Auswirkung diese Umleitung für den Bahnverkehr rund um Holzkirchen hat. Die Antwort war: „Da das Umleiterkonzept durch die DB InfraGO AG noch in Erarbeitung ist, sind hierzu noch keine validen Aussagen möglich.“1
Ich schreibe Ihnen diesen Brief mit der Bitte, bei dieser Planung die Menschen in der vom „Umleiterkonzept“ betroffenen Regionen nicht zu vergessen.

Ich befürchte, dass insbesondere der Regionalverkehr auf der eingleisigen Strecke im Mangfalltal von Holzkirchen über Bad Aibling nach Rosenheim quasi eingestellt wird, der S-Bahn-Verkehr auf der Linie 3 vom Münchner Ostbahnhof nach Holzkirchen deutlich eingeschränkt wird und auch die Regionalzüge vom Münchner Hauptbahnhof nach Holzkirchen und weiter ins Oberland nicht im gewohnten Takt fahren können. Von Verspätungen in einer engen Zugfolge aus Regional-, Fern- und Güterzügen ganz zu schweigen.

Für unsere Region wird das starke negative Auswirkungen haben. Die Züge im Mangfalltal mit Bussen zu ersetzen, führt zu erheblich längeren Fahrzeiten und macht einen geregelten Fahrplan unmöglich.2
Die Folge wären tausende Pendlerinnen aus den Orten im Mangfalltal, die sich nicht auf Schienenersatzverkehr verlassen wollen und entweder auf Parkplatzsuche an den Bahnhöfen in Rosenheim und Holzkirchen gehen oder direkt mit dem Auto nach München fahren. Für tausende Menschen, die zwischen dem Oberland und der Landeshauptstadt oder entlang der Äste südlich von Holzkirchen pendeln, inkl. des Schülerverkehrs, gäbe es mal wieder Einschränkungen. Das gilt auch für den Tourismus und die vielen Tagesausflüge von Münchnerinnen in die Berge. Uns droht ein Verkehrschaos.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten für die DB InfraGo AG, wie die Sanierung der Strecke von Trudering nach Rosenheim umgesetzt werden kann. Eine Totalsperrung und eine Sanierung der beiden Gleise nacheinander. Bei der Totalsperrung müsste der gesamte Verkehr zwischen München und Rosenheim über Holzkirchen umgeleitet werden – inkl. eines Begegnungsverkehrs auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim. Werden die beiden Gleise nacheinander saniert, gibt es die Option für einen Ringverkehr, bei der das freie Gleis zwischen München und Rosenheim in eine Richtung befahren wird und nur die Gegenrichtung über Holzkirchen umgeleitet wird.

Ich weiß, dass wir um eine Umleitung und Einschränkungen im Netz um Holzkirchen nicht herumkommen werden. Aber im Sinne der Menschen im Mangfalltal und im Oberland bitte ich eindringlich darum, die zweitere Option zu wählen. Sie ermöglicht nicht nur eine insgesamt größere Zahl von Zügen zwischen München und Rosenheim, sondern auch mehr Regionalverkehr zwischen München und Holzkirchen und einen stabileren, weniger störanfälligen Verkehr auf der Umleitungsstrecke.

Dem Verkehrsmittel Eisenbahn stets zugeneigt grüßt
Karl Bär
Mitglied des Deutschen Bundestages

  1. ↩︎
  2. ↩︎

Plenarprotokoll 21/58

Das wurde deutlich, als vor Kurzem ein aufgeweichter Bahndamm zwischen
Kreuzstraße und Westerham eine Streckensperrung nötig machte:
https://www.brb.de/de/willkommen/aktuelles/information-zu-aufgeweichtem
damm-und-streckensperrung-im-netz-chiemgau-inntal